Kultur

NRW-Pressefoto 2020

Die Gewinner stehen fest!

NRW-Pressefoto 2020 - Platz 1: Lars Berg – „Corona-Familienbesuch“ / 16. März 2020, Bildzeitung
NRW-Pressefoto 2020 - Platz 1: Lars Berg – „Corona-Familienbesuch“ / 16. März 2020, Bildzeitung
NRW-Pressefoto 2020 - Platz 2: Kerstin Kokoska – „Ein Fastenmonat, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat“ / 24. April 2020, Funke Mediengruppe
NRW-Pressefoto 2020 - Platz 2: Kerstin Kokoska – „Ein Fastenmonat, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat“ / 24. April 2020, Funke Mediengruppe
NRW-Pressefoto 2020 - Platz 3: Andreas Bretz – „Coronasommer 2020“ / 25. Juni 2020, Rheinische Post
NRW-Pressefoto 2020 - Platz 3: Andreas Bretz – „Coronasommer 2020“ / 25. Juni 2020, Rheinische Post
NRW Pressefoto 2020 - Nachwuchspreis: Marcel Kusch – „Nackt-Fußball-Länderspiel Deutschland – Niederlande“ / 6. September 2020, Deutsche Presseagentur
NRW Pressefoto 2020 - Nachwuchspreis: Marcel Kusch – „Nackt-Fußball-Länderspiel Deutschland – Niederlande“ / 6. September 2020, Deutsche Presseagentur
NRW Pressefoto 2020 - Sonderpreis: Andreas Bretz – „Wahl Oberbürgermeister Düsseldorf“ / 27. September 2020, Rheinische Post
NRW Pressefoto 2020 - Sonderpreis: Andreas Bretz – „Wahl Oberbürgermeister Düsseldorf“ / 27. September 2020, Rheinische Post

NRW-Pressefoto des Jahres 2020

Zum dritten Mal in Folge hatte der Landtag Nordrhein-Westfalen den Journalistenpreis ausgeschrieben – und er hat sich unter den Fotowettbewerben etabliert: 107 Fotografinnen und Fotografen reichten insgesamt 446 Bilder ein. Davon bewarben sich zehn Journalistinnen und Journalisten mit 49 Fotos um den Nachwuchspreis (bis 30 Jahre). 

Mit Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West wurden in diesem Jahr insgesamt Preisgelder in Höhe von 22.000 Euro vergeben. Alle Fotos sind zwischen November 2019 und Oktober 2020 entstanden.

Platz 1: Lars Berg – „Corona-Familienbesuch“
16. März 2020, Bildzeitung

Stellungnahme der Jury:
So unterschiedlich die Menschen diese Pandemie wahrnehmen, so ähnlich war eine Erfahrung, die wir alle gemacht haben: Abstand halten fällt nicht leicht. Liebe Menschen nicht mehr in den Arm nehmen zu dürfen, tut weh. Die Jury überzeugte, wie das Bild Gefühle transportiert. Es zeigt eine Situation, in der die Menschen normalerweise lächeln: Oma, Mutter und Tochter treffen zusammen – eine eigentlich alltägliche, freudige Szene des Familienlebens. Auf dem Bild sehen wir aber keine fröhlichen Gesichter, sondern sehnsuchtsvolle Blicke. Es zeigt Gefühle, wie wir sie alle in Zeiten der Kontaktbeschränkungen erlebt haben. Es ist damit ein Sinnbild dieses Jahres.

Platz 2: Kerstin Kokoska – „Ein Fastenmonat, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat“
24. April 2020, Funke Mediengruppe

Stellungnahme der Jury:
Die Kontaktbeschränkungen während der Pandemie haben auch die Religionsgemeinschaften getroffen. Gotteshäuser blieben leer und Geistliche suchten nach neuen Wegen, die Gläubigen zu erreichen. Gleichzeitig waren viele Menschen auf der Suche nach Sinn und Halt in unruhigen Zeiten. Die Jury begeisterten die Kontraste des Bildes: die Farben und das Licht des Gebetssaals auf der einen, Computer und Technik auf der anderen Seite. Das Foto drückt auch den Widerspruch zwischen Leere und Gemeinsamkeit aus: Der Imam sitzt alleine im Gebetssaal.

Platz 3: Andreas Bretz – „Coronasommer 2020“
25. Juni 2020, Rheinische Post

Stellungnahme der Jury:
Das Foto von Andreas Bretz zeigt eine „absurde Situation“: Das Rheinufer nahe der Altstadt in Düsseldorf ist beliebt für Picknicks oder gemütliches Beisammensein. Bei gutem Wetter sind hier oft hunderte Menschen unterwegs. Im „Coronasommer 2020“, ist alles anders. Die Jury beeindruckten Perspektive und Motiv. Man kann sich in dem Bild verlieren, soviel gibt es dort zu entdecken. Gleichzeitig ist die Darstellung auch formal überzeugend. Das Motiv der Kreise ist ein Inbegriff des Sommers, der von Abstandhalten, Social Distancing und Aufenthalt im Freien geprägt war. Das Foto macht die Vereinzelung während der Corona-Pandemie eindrücklich greifbar.

Nachwuchspreis: Marcel Kusch – „Nackt-Fußball-Länderspiel Deutschland – Niederlande“
6. September 2020, Deutsche Presseagentur

Stellungnahme der Jury:
Die Diskussion über den wirtschaftlichen Einfluss auf den Fußball nahm im Jahr der Pandemie Fahrt auf: Der Protest der Amateurspieler im Sommer, nicht spielen zu dürfen, erregte mit einer besonderen Aktion hohe Aufmerksamkeit. Mit ironisch-witziger Geste changiert die Fotografie zwischen Inszenierung und Zufall. Dem Genre des perfekten, oftmals spektakulären Sportfotos entspricht es in keinster Weise und entfaltet durch diese Verweigerung, so die Jury, erst seine Qualität. Zudem überzeugte die kompositorische Gestaltung des Bildes, die der Momenthaftigkeit ihrer Entstehung fast eine Absage erteilt.

Sonderpreis: Andreas Bretz – „Wahl Oberbürgermeister Düsseldorf“
27. September 2020, Rheinische Post

Stellungnahme der Jury:
Dieses Foto, das die Jury für den Sonderpreis ausgewählt hat, drückt ein konstitutives Moment unserer demokratischen Ordnung aus. Die scheinbare Geste der Unterwürfigkeit ist in Wahrheit der Ausdruck größter Stärke. Stärke im Moment einer bitteren Niederlage. Der Unterlegene anerkennt den Willen der demokratischen Mehrheit, verneigt sich vor der demokratischen Entscheidung des Wahlvolks. Die spezielle Perspektive dramatisiert diesen Augenblick, verweist auf den Kern: Der Souverän entscheidet, die Gewählten sind ihm verpflichtet. Im Sieg genauso wie in der Niederlage. Und der Sieg ist erst dann vollständig, wenn er von der Gegenseite anerkannt ist.

 

30 weitere Fotos wählte die Jury aus, die gemeinsam mit den fünf prämierten Bildern in einer Ausstellung im Landtag gezeigt werden. Sie gibt einen eindrucksvollen Rückblick auf die Bilder des Jahres 2020, die geprägt sind von der Corona-Pandemie: Zu sehen sind Autokinos, leere Straßen und Fußballstadien, Corona-Teststationen, Hauskonzerte – aber auch andere Themen des Jahres wie das Waldsterben, Black-Lives-Matter-Demonstrationen oder die Schließung von Karstadt-Kaufhof-Filialen. Die Ausstellung ist bis 21. Januar 2021 in der Bürgerhalle des Landtags zu sehen, außerdem werden sie auf der Internetseite des Landtags gezeigt.