Kunst

Kunstmuseum Bonn

From Dawn Till Dusk - Der Schatten in der Kunst der Gegenwart
3. Juli - 2. November 2025
Sparda-Tag am 5. Oktober 2025

Studio Olafur Eliasson, Your uncertain shadow (growing), 2010; Foto: David Ertl (Ausstellungseröffnung)
Studio Olafur Eliasson, Your uncertain shadow (growing), 2010; Foto: David Ertl (Ausstellungseröffnung)
Vadim Fishkin, Coffee and Ink, 2012 (Detail), Courtesy: Künstler und Gregor Podnar, Wien | © Vadim Fishkin
Vadim Fishkin, Coffee and Ink, 2012 (Detail), Courtesy: Künstler und Gregor Podnar, Wien | © Vadim Fishkin
William Kentridge, Shadow Procession, 1999; Foto: David Ertl (Ausstellungseröffnung)
William Kentridge, Shadow Procession, 1999; Foto: David Ertl (Ausstellungseröffnung)

Schatten in der Kunstgeschichte

Am 5. Oktober feiern wir den Sparda-Tag im Kunstmuseum Bonn – mit freiem Eintritt. 
Entdecken Sie die Ausstellung From Dawn Till Dusk, nehmen Sie an Kurzführungen teil und gestalten Sie eigene Kunstwerke in kreativen Workshops für alle Altersgruppen.

KURZFÜHRUNGEN

11 Uhr: mit Ritva Röminger-Czako
12 Uhr: mit Stephan Berg • Intendant und Kurator der Ausstellung
13 Uhr: mit Ritva Röminger-Czako
14 Uhr: mit Angelika Schmid
15 Uhr: mit Stefanie Bornheim-Prang
16 Uhr: mit Angelika Schmid
17 Uhr: mit Stefanie Bornheim-Prang

WORKSHOPS

11:30 bis 17:30 Uhr
FÜR ALLE
VÖGEL UND ANDERE FLUGWESEN
Schneiden, reißen, zusammenstecken: Alle sind dazu eingeladen, mit Scherenschnitt und Schattenspiel zu experimentieren und die fröhliche Flugshow mitzugestalten. Mit Berlinda Bakker, Melanie Lange, Fabienne Margue im Foyer.

14 bis 16 Uhr
FÜR JUGENDLICHE UND ERWACHSENE
WIE IM TRAUM
Mit farbigen Lampen, Overheadprojektor, Papierobjekten, Folien und Flüssigkeiten in Petrischalen entstehen eigenwillige Projektionen.
Bringt eure Mobiltelefone zum Fotografieren mit! Mit Karoline Bauer im Atelierraum. Begrenzte Teilnahmezahl. Anmeldung ab 11 Uhr an der Museumskasse.


From Dawn Till Dusk - Der Schatten in der Kunst der Gegenwart
Der Schatten steht gewissermaßen am Beginn der Kunstgeschichte. In der antiken Überlieferung Plinius´ des Älteren ist es die Tochter des Töpfers Butades, die den Schattenumriss des Kopfes ihres Geliebten mit einem Kohlestift nachzeichnet und damit das erste Bild erschafft. Das berühmte Höhlengleichnis des griechischen Philosophen Platon wiederum grenzt die wirklichkeitsverschleiernden Schattenbilder in der dunklen Höhle vom hellen Licht der Erkenntnis ab und damit die buchstäblich schattenhafte Existenz von der wahrhaftig erleuchteten. Das Dubiose, potenziell Unheimliche begleitet den Schatten über Jahrhunderte, bevor die Romantik seine positive Dimension entdeckt und den Schatten mit der Psyche verbindet. So wird in Adelbert von Chamissos Kunstmärchen Peter Schlemihl der Verlust des Schattens mit dem Verlust der Seele gleichgesetzt. Auch wenn der Schatten seit der frühen Neuzeit im Repertoire der Malerei durchaus eine Rolle spielt, wird er erst seit dem 19. Jahrhundert und der Erfindung der Fotografie sowie des Films zu einem wesentlichen Bildelement.

Anhand von rund 40 internationalen Positionen zeichnet die Ausstellung erstmalig in einem deutschen Museum die Emanzipation des Schattens zu einem bildgebenden, dabei immer medienreflexiven Thema innerhalb der aktuellen Kunst nach. Sie untersucht dabei das vom Existenziellen über das Bedrohliche bis zum Politischen reichende Spektrum der Schattenwelten. Im Schatten berühren sich das Abwesende und das Anwesende. Er verweist zeichenhaft immateriell auf die Existenz der materiellen Welt und enthält gleichzeitig auch ihr Verlöschen. Er gehört zum Körper, von dem er sich gleichzeitig auch stets ein Stück entfernt. Er ist eine Spur, die wie die Fotografie als Index funktioniert und zugleich eine Projektionsfläche ist, die mit dem Anspruch einer eigenen Realität auftritt. In diesem Kontext kann der Schatten einerseits als Metapher für die Krise des Subjekts gelesen werden, aber auch als wichtiger Indikator für eine Wirklichkeit jenseits des vordergründig Sichtbaren.

BETEILIGTE KÜNSTLER:INNEN (Auswahl): Vito Acconci, David Claerbout, Marlene Dumas, Hans-Peter Feldmann, Jenna Gribbon, Nadia Kaabi-Linke, William Kentridge, Astrid Klein, Farideh Lashai, Gerhard Richter, Regina Silveira, Javier Téllez, Kara Walker, Jeff Wall, Tim Noble & Sue Webster.