Kultur

Kunsthalle Recklinghausen

Jazz in der Kunsthalle -
Die Sparda Lounge

Jazz in der Kunsthalle - Die Sparda Lounge | Foto: Rainer Kruse
Jazz in der Kunsthalle - Die Sparda Lounge | Foto: Rainer Kruse

Kunst meets Jazz

In der Saison 2022/23 wird die Reihe „Jazz in der Kunsthalle – Die Sparda Lounge“ fortgeführt. Sechs Jazz-Konzerte, und das bei freiem Eintritt, sind geplant. Ein Besuch der jeweiligen Ausstellung ist möglich. Vor Konzertbeginn, um 17.15 Uhr, besteht zudem die Gelegenheit der Teilnahme an einem Rundgang durch die aktuelle Ausstellung.

Freitag, 16. September 2022 - 18.00 Uhr
Peter Baumgärtner - „MY CHOICE“ Wunschstandards

Peter Baumgärtner, Absolvent der Swiss Jazzschool (bei Billie Brooks) über sein neuestes Trioprojekt: „Seit langem war es mein Wunsch, in einem Studio meine Wunschstandards einzuspielen. Mit diesen beiden exquistiten Partnern ist es mir dann im Sommer 2021 gelungen. Das Studio war das legendäre MPS Studio in Villingen im Schwarzwald.“ In der Kunsthalle Recklinghausen präsentieren die drei ihr Programm live. Ihr Motto: Spontanität, Offenheit und Kreativität. 

Der Pianist Thomas Rückert spielte als Solist mit der WDR Bigband, als gefragter Sideman gastierte er u. a. mit Mark Murphy, Kevin Mahogany, Tony Lakatos, Randy Brecker und zahllosen weiteren Jazzgrößen. Nach längerem Aufenthalt in New York unterrichtet er nun auch im Ruhrgebiet an der Folkwang Musikhochschule in Essen. 

Martin Gjakonovski, vielbeschäftigter Bassist und „Wahl-Kölner“, ist das Rückgrat des Trios. Sein authentisches, vielseitiges Spiel hat ihn in die verschiedensten Jazz-Szenen gebracht, von Avantgarde über Mainstream bis World Music. Seit 26 Jahren in Deutschland hat er mehr als 120 CD-Produktionen mit unterschiedlichen Formationen aufgenommen.

Freitag, 7. Oktober 2022 - 18.00 Uhr
Jazz Lounge Akestra feat. Charlotte Illinger - „Stimmen“
In einem eher chamber-orchestrierten Exkurs werden Konzeptionselemente des Akestra-Auftritts aus dem Jahr 2017 aufgegriffen und weiterentwickelt. Hierbei kommt es zu einer Begegnung von Musiker*innen unterschiedlicher Generationen mit differierenden Erfahrungshorizonten.

Besonders herausgestellt wird die Preisträgerin des Sparda Jazz Awards Charlotte Illinger, die an diesem Abend ihre Stimme überwiegend „instrumental“ einsetzen wird. Zu ihr und Marmullas Gitarre gesellt sich die Querflöte, gespielt von Michael Heupel, einem der versiertesten europäischen Flötisten. Die Melody-Section des Ensembles wird begleitet von dem Pianospieler Thomas Hufschmidt, dem Kontrabassisten Moritz Götzen und dem vielseitigen Bernd Gremm am Schlagzeug.

Das kompositorische Material stammt überwiegend von Ingo Marmulla, der für diesen Abend die Musik zusammengestellt, neu arrangiert bzw. in den Klangkörper integriert hat. Die Stücke lassen Raum für freie Formen künstlerischer Kommunikation, Begegnungen stilistischer Impulse und musikalischer Erfahrungen von Musikern unterschiedlicher Herkunft.

Freitag, 4. November 2022 - 18.00 Uhr
Ryan Carniaux & Water Spirits - Wassergeister
Im Oktober 2020, kurz vor dem harten Lockdown, war Ryan Carniaux mit seinem Mentor und Freund, dem legendären Schlagzeuger Ra Kalam Bob Moses, auf Tournee in Europa. Nach ihrem ersten Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie schlug Ra Kalam vor, Ryan solle versuchen, auf Seemuscheln zu spielen. Tolle Idee, aber woher sollte er sie bekommen? Am nächsten Tag in Berlin, nachdem er im Hotel eingecheckt hatte, machte Ryan einen Spaziergang und stieß auf ein Geschäft, das Muscheltrompeten anbot. Er kaufte eine, spielte auf ihr den Rest der Tournee und erhielt so die Inspiration für dieses neue Projekt. Die Wassergeister.

Mit Muscheln als Basis für die Grooves und Melodien schrieb Ryan neue Songs, inspiriert von Musik aus der ganzen Welt, in der solche Muscheln Verwendung finden. Inselreggae, Afrobeat, traditionelle indonesische Musik, traditionelle afrikanische Musik – alles vermischt sich zu einer atmosphärischen, tanzbaren Kombination aus tiefen Grooves und wunderschönen Melodien. Music for the Water Spirits.

Freitag, 17. Februar 2023 - 18.00 Uhr
Julius van Rhee Quintett - modern creativ

Das „Julius van Rhee Quintett“ bringt fünf junge, eigenwillige Musiker in einem spannenden Modern Creative Jazz Projekt zusammen. Gemeinsam verbinden sie die Gegensätze von Einfachheit und Komplexität. Starke gesangliche Melodien verschmelzen mit vielschichtigen Rhythmen und dichten Harmonien. Dabei ist die Musik zugänglich, aber trotzdem herausfordernd. Mut und Risikobereitschaft treffen auf musikalische Weitsicht, und durch empathisches Zusammenspiel und verletzliche Momente wird die Musik greifbar und berührend.

Julius van Rhee studierte von 2016 bis 2021 Jazz-Saxophon an der Folkwang Universität der Künste in Essen und an der HfMT Köln. Er ist Mitglied im Bundesjazzorchester, im Gutenberg Jazz Collective und spielte bereits Konzerte mit Musiker*innen wie Norma Winstone, Ben Wendel und Sullivan Fortner. Er ist Gewinner des „Jungen Deutschen Jazzpreises“ (2019), Gewinner des Stipendiums der „Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung“ (2021) und Preisträger des „Sparda Jazz Award“ (2022) mit seiner eigenen Band. Auch die anderen Bandmitglieder können auf langjährige Bühnenerfahrung sowie Mitgliedschaft im Bundesjazzorchester zurückblicken.

Freitag, 10. März 2023 - 18.00 Uhr
Laia Genc - Solo Piano - Authentizität

Geboren als halbe Türkin und als ganze Preußin, aufgewachsen in Berlin, konvertiert sie schließlich in Köln zur rheinischen Frohnatur und studierte an der Musikhochschule Köln Jazzpiano bei Hubert Nuß und Professor John Taylor sowie in Paris am Consérvatoire National Supérieur De Musique Et De Dance De Paris. Ihre eigene Geschichte, geprägt durch die Suche nach Identität und authentischem Ausdruck, zeichnet Laias Musik aus. Elemente des Jazz, freie Improvisation, orientalische Einflüsse kombiniert sie mit Klangflächen und songhaften Strukturen. Mit ihrer Musik ist sie eine Grenzgängerin an der Schnittstelle von Jazz und kontemporärer Musik. Offen für die reichen Einflüsse des sich globalisierenden Lebens, schöpft sie aus verschiedenen Kulturbereichen. Tänzerisch balancierend bewegt sich Laia mit viel musikalischem Charme zwischen den Strukturen auskomponierter Stücke und der Freiheit improvisierter Musik, bemüht ganz spielerisch verschiedene musikalische Genres und erschafft so eine lebendige Musik, die unerhörte Geschichten erzählt und den Zuhörer mit auf die imaginäre Reise nimmt.

Freitag, 31. März 2023 - 18.00 Uhr
Sabeth Pérez Quartett - Eigene Wege

Schon als kleines Mädchen stand Sabeth Pérez mit ihrem Vater, dem in Argentinien geborenen Saxophonisten und Komponisten Gabriel Pérez, auf der Bühne. Auch wenn die Familie sie sicherlich geprägt hat, so ging Pérez dennoch unbeirrt einen eigenen Weg. In Köln und Weimar studierte sie Jazzgesang, in New York absolvierte sie ihren Master an der renommierten Manhattan School of Music.

Zu hören war sie unter anderem mit der WDR Bigband und der Bigband des Hessischen Rundfunks sowie dem BuJazzO und dem EOS Chamber Ensemble. Mit dem italienischen Akkordeonisten Luciano Biondini, den Pianisten Jon Cowherd, dem brasilianischen Gitarristen Lula Galvão, der französischen Harfenistin Sonia Bize und dem amerikanischen Gitarristen Charles Altura führt sie ihre internationale Duo-Reihe. Samtig und hochpräzise führt Sabeth Pérez ihre Stimme, die kristallklar anmutet und in ihrem Facettenreichtum der gemeinsamen Musik der Band viele Türen öffnet: Neben folkloristischen Vertonungen argentinischer Prosa sind Kompositionen aus ihrer eigenen Feder zu hören sowie Arrangements von Klassikern aus dem American Songbook.